Wagners Die Walküre

Christof Nel (Regisseur), Lothar Zagrosek (Dirigent) – Mit Angela Denoke (Sieglinde), Eva-Maria Westbroek (Gerhilde) – Staatsoper Stuttgart

Abonnenten

Besetzung

Robert Gambill  — Siegmund

Angela Denoke  — Sieglinde

Attila Jun  — Hunding

Jan-Hendrik Rootering  — Wotan

Renate Behle  — Brünnhilde

Tichina Vaughn  — Fricka

Eva-Maria Westbroek  — Gerhilde

Wiebke Göetjes  — Ortlinde

Programmhinweise

Die Walküre, aufgeführt an der Oper Stuttgart unter der Leitung von Lothar Zagrosek, dem ersten Tag des Rings, befreit sich von allen Wagner’schen Klischees.

„Vier Opern, vier Regisseure.“ Als Antwort auf diese originelle künstlerische Idee wurde Wagners Tetralogie 1999-2000 auf der Bühne der Stuttgarter Oper unter der Leitung des österreichischen Dirigenten Lothar Zagrosek produziert und später 2002-2003 verfilmt. Das Rheingold (der Prolog) wurde Joachim Schlömer anvertraut, Die Walküre Christof Nel, Siegfried Jossi Wieler und Sergio Morabito, und schließlich der letzte Tag des Rings, Götterdämmerung, Peter Konwitschny.

Nach dem Choreografen-Tänzer Joachim Schlömer (Das Rheingold) war es ein Mann aus Stuttgart, Christof Nel, der Die Walküre inszenierte. Eine gewichtige Ehre, denn von den vier Werken des Rings ist Die Walküre sicherlich die, auf die das Publikum am meisten wartet. In Frankreich bekannt dafür, 2008 ein Oratorium von Händel beim Festival d’Aix-en-Provence inszeniert zu haben, erinnerte Christof Nel bei der Präsentation dieses Meisterwerks der Mehrdeutigkeit an seine Ausbildung als Psychoanalytiker. Statt des Magischen und Mythischen hebt er die inzestuösen Beziehungen zwischen Wotan und seiner Tochter Brünnhilde sowie den Zwillingen Siegmund und Sieglinde hervor, indem er sie in einen zeitgenössischen Kontext stellt.

Nonkonformistisch und originell war diese Tetralogie eine Sensation. Was leicht verständlich ist, wenn man diese Interpretation von Die Walküre sieht, die alle magischen und mythologischen Bilder herausfordert. Unter den Sängerinnen und Sängern, die alle exzellent sind, ist Angela Denoke (Sieglinde), die später eine bemerkenswerte internationale Karriere machte. Am Dirigentenpult überzeugt Lothar Zagrosek mit seiner Leidenschaft und seinem Lyrismus: Menschlichkeit wurde an diesem Abend in der Orchestergrube zum Ausdruck gebracht.

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